7. März 2018

Weiterbildung bindet MitarbeiterInnen

Personal Fortbildung

Bereits zum neunten Mal in Folge führte TNS Infratest 2017 im Auftrag der Studiengemeinschaft Darmstadt (SGD, Klett Verlag) die Umfrage „Weiterbildungstrends in Deutschland“ durch. Dafür wurden in diesem Jahr 300 Personalverantwortliche online zu unterschiedlichen Aspekten der beruflichen Weiterbildung befragt.

Was bedeutet das für die zahnmedizinische Praxis? Von den 300 Interviewpartnern waren 140 für das Personal von Kleinunternehmen bis 9 MitarbeiterInnen verantwortlich und 110 mit Personalverantwortung von 9-500 MitarbeiterInnen ausgestattet. In diesem Bereich bewegen sich sicher auch unsere Praxen.

Und wieso sollte in den ausgesuchten Unternehmen für die MitarbeiterInnen etwas grundsätzlich anderes gelten als für eine Zahnarztpraxis?

Außerdem handelt es sich bei den Personalentscheidern in den mittleren bis großen Unternehmen üblicherweise um Human Resources Spezialisten, deren Beschäftigung sich für eine Praxisstruktur eher selten anbietet. Vielleicht eine Möglichkeit von den Profis zu lernen?

Contimedu.de hat einige Aspekte herausgesucht, die für die Praxis interessant sind.

Erste Frage:
Wie stark ist der Arbeitsalltag in Ihrem Unternehmen vom technologischen Wandel betroffen?

Hier lagen die Antworten im Schnitt bei 66%, ansteigend von kleinen zu großen Unternehmen mit einem Maximum von 82%. Ein Betrachtung der Zahnarztpraxis mit den aktuellen Software- und Aufklärungstools, aber auch mit den technologischen Herausforderungen von CAD/CAM über digitales Röntgen bis zur optischen Abformung läge unser Fachbereich sicher im obersten Level bei dieser Frage.
Interessant ist die Schlussfolgerung der Personalprofis: Arbeit 4.0 erfordert mehr Fortbildung!

Daher die nächste Frage:
Wird der Weiterbildungsbedarf aufgrund der Digitalisierung der Arbeitswelt künftig steigen?

Mit einem Mittel von 74% und einem Peak bei den großen Unternehmen von satten 92% ist die Antwort eindeutig. Das heisst für die Praxis: Es wäre naiv zu glauben, dass alle neuen Technologien sich ganz einfach nebenbei integrieren lassen und eine kurze interne, eventuell rein produktbezogene Schulung alle Aspekte abdecken könnte. Gerade technisch gut ausgestattete Praxen haben neben den gesetzlichen Verpflichtungen die Aufgabe, Ihre MitarbeiterInnen fit für die digitale Zahnmedizin der nächsten Jahre zu machen.

Folgerichtig lautete eine der weiteren Fragen:

Welche Rolle spielen digitale Medien und Formate?

Während die spielerische Herangehensweise mit sog. „Serious Gaming“, Augmented Reality und rein akustischem Input via MP3 im professionellen Umfeld eher nicht als erfolgversprechend eingeschätzt wird, gibt es von der HR-Profis ein ganz klares „Thumbs Up“ für:

  • Lern Apps
  • Online Community bzw. Campus
  • Studienmaterial als E-Book
  • Webbasiertes Training
  • Webinare
  • Lern-Videos

Bei Contimedu.de stellen wir insbesondere fest, dass eine Kombination dieser Angebote mit der klassischen Präsenzfortbildung sehr gut funktioniert – auch um die Präsenzzeiten zu reduzieren, die bei den MitarbeiterInnen genauso kritisch zu sehen sind wie bei den Praxisinhabern.

Aus diesen Technologien ergibt sich automatisch die nächste Fragestellung:
Lernen 4.0 – wann, wo, wie? 5 Punkte sind wichtig!

  • Lernen in der Community: das machen die MitarbeiterInnen uns jetzt schon vor! In den Foren der sozialen Medien wird eifrig diskutiert – meist über Fachliches.
  • Mobiles Lernen: in der Zahnmedizin nicht ganz leicht zu realisieren – was in der Abrechnung noch denkbar ist, stösst bei anderen Themen schnell an die Grenzen, weil v.a. für den praktischen Teil einer Fortbildung eine apparative Ausstattung erforderlich ist, die über das Smartphone hinausgeht.
  • Lernen on demand: ganz großes Thema, das wir bei Contimedu von Anfang an spielen. Die freie Entscheidung über Zeit und Ort der Weiterbildung schafft Spielräume, die sich im normalen Arbeitsalltag nur schwer realisieren lassen.
  • Mix aus unterschiedlichen Lernmethoden und -medien: wirklich wichtiger Punkt, denn erstmalig ist es möglich, über eine kluge Kombination aus online-, offline- und Präsenzangebot die MitarbeiterInnen dort abzuholen, wo die persönliche Neigung und das aktuelle Wissensniveau sich gerade befinden. Auf diese Art können die verschiedensten Lerntypen erreicht werden.
  • Selbstorganisiertes und eigenverantwortliches Lernen: dieser Trend hat die Zahnmedizin lange erreicht. MitarbeiterInnen lernen natürlich auch unabhängig vom Arbeitgeber und streben die nächste Entwicklung ggf. auch in einer anderen Praxis oder Klinik an. Es wird demnach immer wichtiger, mögliche Perspektiven für die MitarbeiterInnen im Unternehmen „Zahnarztpraxis“ aufzuzeigen.

Nur scheinbar im Widerspruch steht da die folgende Frage:
Wie wichtig ist die Begleitung des Lernprozesses durch einen Tutor oder Mentor?

Mit 78% im Mittel und 96% im Maximum halten die „Personaler“ diesen Punkt für ganz entscheidend. D.h. für die Praxis, dass der Inhaber oder in einer größeren Struktur der verantwortliche Kollege seine MitarbeiterInnen bei den Weiterbildungsaktivitäten unterstützen muss. Eine Koordination und Selektion kann den Wert der Fortbildung für die Praxis erhöhen und die Anwendungsmöglichkeiten für die MitarbeiterIn signifikant verbessern. Sicher ist gerade im „Kleinunternehmen“ Zahnarztpraxis ganz entscheidend, dass im Rahmen von Teammeetings die Qualifikation an das Team kommuniziert wird, damit alle vom Kompetenzvorteil profitieren.

Letztlich profitiert die Praxis selbst bei der Personalsuche. Denn das Arbeitgeberimage ist abhängig vom Weiterbildungsangebot und schlägt sich sowohl im Recruiting als auch in der Bindung von Mitarbeitern nieder.
Quelle:

https://www.sgd.de/fileadmin/pdf/weiterbildungstrends/tns-studie-2017.pdf

 

 

Frank JochumAutor

Frank Jochum



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